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WIE GLAUBENSSÄTZE UNSER LEBEN BEEINFLUSSEN

„Wir sehen die Welt nicht wie sie ist, sondern so, wie wir sind.“

Vor einigen Wochen habe ich mich mit der Frage „Wovon hängt eigentlich unser Glück ab?“ in einem älteren Blogpost beschäftigt und euch die Theorie von Sonja Lyubomirsky vorgestellt. Kurz umrissen: Unser genetischer Fixpunkt macht 50 Prozent unseres Glücks aus, 10 Prozent werden durch äußere Umstände beeinflusst und die fehlenden 40 Prozent liegen in unseren Händen und können aktiv von uns beeinflusst werden. Wie kann es also sein, dass es manchmal so aussieht, als würden manche Menschen schlichtweg mehr Glück haben? Und wie können wir diesen prozentualen Anteil wirklich beeinflussen? Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Beitrag nur als Hilfestellung bzw. Denkanstoß genutzt werden kann und kein Coaching / Therapie ersetzt.
Die 40 Prozent werden von deinem Glaubenskonstrukt (Wertesystem, Glaubenssätzen etc.), individuellem Denken (Qualität der Gedanken) und den damit verbundenen Handlungen beeinflusst. Tagtäglich kreieren wir auf Basis dessen unsere eigene Realität.

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze oder auch in der Psychologie „Skriptsätze“ genannt, bezeichnen tiefe, innere, nicht hinterfragte Überzeugungen, die fast immer in Form eines unbewussten Monologs wirken.
So ordnen wir unsere Welt nach Ursache, Bedeutung und Identität. Präskriptive Glaubenssätze (negative Glaubenssätze) definieren Grenzen, Einschränkungen bis hin zu Verzerrungen (Bsp.: „Ich habe es nicht verdient, glücklich zu sein!“; „Ich kann das nicht!“; „Immer habe nur ich Pech!“ etc.). Das Pendant dazu, sind die positiven Glaubenssätze, sie bekräftigen und unterstützen dich in deinem Leben und bei deiner Entfaltung (Bsp.: „Ich kann alles schaffen!“; „Das Leben ist für mich.“; „Ich bin voller Selbstvertrauen!“ etc.).

Wie entstehen nun diese sogenannten „Glaubenssätze“ und wie können wir sie identifizieren?

Unser Glaubenskonstrukt und Wertesystem entwickelt sich von unserer Geburt an, besonders in der Kindheit bis hin zum Erwachsenenalter. Als kleiner hilfloser Säugling orientieren wir uns an bzw. schauen wir zu unseren Eltern und den nahestehenden Bezugspersonen auf. Was uns vorgelebt, gezeigt und erklärt wird, scheint für uns in jenen Momenten das einzig Richtige und Wahre zu sein, schließlich sind sie ja die Erwachsenen. Glaubenssätze, die auch deine Eltern / Bezugspersonen begleiten, werden unterbewusst an uns weitergegeben und meist in unser eigenes Glaubenskonstrukt übernommen bzw. integriert. So können falsche Verknüpfungen bzw. Kognitionen entstehen. Auf dieser Basis erschaffen wir, zutiefst überzeugt, unsere eigene Realität. Dein Glaubenskonstrukt entwickelt sich über die Jahre hinweg immer weiter…im Kindergarten, in der Schule und durch eigene Erfahrungen. Auch in unserer Gesellschaft finden sich viele Glaubenssätze wieder, wie z. B.: „Ein echter Mann darf keine Gefühle zeigen.“ etc.

Unterbewusst lebst und handelst du nach diesen Glaubenssätzen, ohne dass es dir auffällt. Vielleicht erlebst du aber auch Situationen, in denen deine tiefsten Überzeugungen bestätigt werden oder du findest dich immer wieder in unerklärlichen Situationen wieder und weißt nicht warum oder wieso du so handelst. Negative Glaubenssätze, möglicherweise auch verbunden mit tiefen Verletzungen, beeinflussen unser Leben erheblich und können dich daran hindern, dein volles Potential auszuschöpfen und zu leben (Stichwort: 40 Prozent).

Übung 1: „Identifikation negativer Glaubenssätze“

Schreibe dir deine engen Bezugspersonen auf und welche zwischenmenschliche Beziehung du zu ihnen hattest. Du kannst daneben Ereignisse / Sätze sammeln, die dir besonders hängen geblieben sind. Schreibe zugleich auf, was du von dir selbst denkst / glaubst, von deinen Mitmenschen und von der Welt. Überprüfe: Durch wen bist du zu diesen Annahmen gekommen? Gibt es Bestätigungen dazu?

Nachdem du die Übung gemacht hast, wirst du möglicherweise auf verschiedene Sätze / Wörter gestoßen sein, die du mit verschiedenen Menschen / Situationen verbindest. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass sie dich möglicherweise schon lange begleiten, du aber vielleicht gar nicht weißt, wie du zu diesen Annahmen gekommen bist oder sie dich in verschiedenen Situationen sogar einschränken.

Übung 2: „Unterstützende Übung zur Auflösung negativer Glaubessätze“

1. Nehme dir das Blatt zur Hand, mit den Sätzen, die du bereits aufgeschrieben hast und überlege dir in welchen alltäglichen Situationen diese Sätze zum Vorschein kommen und notiere dir diese.

2. Formuliere die aufgeschriebenen Sätze ins Positive um und sage sie dir beispielsweise jeden Morgen und Abend 10x Mal auf (Bsp.: „Nie schaffe ich etwas!“ – „Ich gebe mein bestes!“).

3. Achte in deinem Alltag darauf, in welchen Situationen deine Glaubenssätze aktiv werden und nehme diese bewusst wahr. Dies bedarf am Anfang etwas Übung, aber je eher du merkst, dass es sich „nur“ um deine Glaubenssätze handelt, kannst du die Situationen aus einem anderen Blickwinkel betrachten und hierdurch neue Handlung initiieren.

Tipp: Im Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl hast du die Möglichkeit, mit weiteren Übungen, gezielter an deinem Glaubenskonstrukt sowie deinem Schatten- und Sonnenkind zu arbeiten.

In Liebe Nicole

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